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Erlanger Bergkirchweih

Der nächste "Berch" findet statt vom 1. Juni bis zum 12. Juni 2017, also noch:


Die Universitäts- und Hugenottenstadt hat eine lange Brautradition. Die erste Braustätte wurde im Jahre 1690 als "Reichsfreiherr von Buirettesches Brauhaus" gegründet und nach fast 200 Jahren (1863) als "Brauerei zur Wolfsschlucht Zacharias Wolf" stillgelegt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts brauten in Erlangen achtzehn Brauereien den edlen Gerstensaft. Begünstigt durch den Anschluss der Stadt an das sich damals schnell entwickelnde bayerische Eisenbahnnetz, stand Bier aus Erlangen an erster Stelle des bayerischen Bierexportes.
Die Erzeugnisse der Erlanger Brauereien galten damals im gesamten Kaiser-reich und auch in Übersee, vor allem in Nordamerika, als Inbegriff für guten Gerstensaft. Wie überall im Großraum Nürnberg wurden auch in Erlangen in den 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts von den damaligen Nürnberger (branchenfremden) Brauaktionären, die eine Biervielfalt als Schmälerung ihrer Dividende betrachteten, Traditionsbrauereien reihenweise stillgelegt. Heute wird die Erlangener Brautradition noch von einer Großbrauerei, einer Gasthaus- und Spezialitätenbrauerei und zwei Mälzereien hochgehalten.
Mekka für ca. 1,3 Millionen Besucher und Biergenießer aus nah und fern ist jedoch die jährlich stattfindende Bergkirchweih. Sie ist das Volksfest im mittelfränkischen Erlangen, das jährlich zu Pfingsten stattfindet. Einheimische sprechen auf gut fränkisch natürlich nur von der Berchkärwa oder noch kürzer vom Berch.
Die Bergkirchweih beginnt am Donnerstag vor Pfingsten um 17 Uhr mit dem Anstich (vollzogen durch den Oberbürgermeister auf der Tribüne eines jährlich wechselnden Bierkellers) nebst „Bierprobe“ und endet am Montagabend zwölf Tage darauf mit einem traditionellen Fassbegräbnis auf dem Keller, in dem im kommenden Jahr der Anstich stattfinden wird.
 
Das Kirchweihgelände zieht sich auf einem Kilometer Länge am Hang des Burgbergs am nördlichen Rand der Erlanger Innenstadt entlang. Rund 11.000 (das ganze Jahr über) fest-installierte Sitzplätze unter alten Linden, Kastanien und Eichen verwandeln einen Teil des Ge-ländes in den größten Biergarten Europas.
 
Die Bergkirchweih blickt auf eine über 250-jährige Geschichte zurück. Das Bergfest wurde 1755 aus der Taufe gehoben und entstand aus dem sogenannten "Vogelschießen", einem Fest der Erlanger Schützenkompanie (das „Altstädter Schießhaus steht, wenn auch nicht mehr im Originalzustand, noch heute rechts am Hauptaufgang zu den Kellern).
 
Per Stadtratsbeschluss wurde daraus ein Pfingstmarkt, der wiederum auf Drängen der Erlanger Kirchenväter später zur Kirchweih umbenannt wurde. Ein Name, der eigentlich völlig fehl am Platz ist, denn das Fest hat weder etwas mit der Weihe einer Kirche zu tun noch ist der "Berg" tatsächlich einer:
Der Hügel erhebt sich gerade mal fünfzig bis sechzig Meter über die Stadt. Und noch eine weitere Ungereimtheit umgibt den "Festplatz": Woher der Burgberg seinen Namen hat, weiß niemand so genau. Eine Burg oder mögliche Reste wurden jedenfalls nie gefunden.

Ihre besondere Atmosphäre bezieht die Bergkirchweih daraus, dass sich das Geschehen "Auf den Kellern" am Erlanger Burgberg abspielt. In früheren Zeiten brachten die zahlreichen Brauereien in diesen Gewölben ihr Bier kühl über den Sommer. Tief in den Sandstein des Burgbergs gehauen, herrschte dort nicht nur das ganze Jahr
eine gleichbleibend niedrige Temperatur, sondern das Bier wurde zusätzlich mit Eis gekühlt, das man im Winter in großen Blöcken aus den Weihern gehauen hatte. Heute werden diese Keller nur noch während der Bergkirchweih als Bierlager genutzt.
Zahlreiche Buden mit Essen und Trinken sowie ein großer Jahrmarktbetrieb der sich fast über den gesamten Kilometer hinzieht, gehören ebenfalls zum festen Bestandteil der Bergkirchweih.
Heute gilt das Volksfest in Erlangen als fünfte Jahreszeit.
 
Nicht zuletzt die Tatsache, dass viele vormalige Bürger der Stadt die Bergkirchweih zur Wieder-begegnung mit alten Bekannten fest einplanen, beschert dem Fest regelmäßige Besuchermengen von gut einer Million Menschen pro Jahr. Das ist ein Zehnfaches der Einwohnerzahl Erlangens. Nach den beiden größeren alt-bayerischen Volksfesten, dem Oktoberfest in München und dem Gäubodenfest in Straubing, ist die fränkische Bergkirchweih damit nach Besucherzahlen das dritt-größte Volksfest Bayerns.
Früher gab es an der Erlanger Universität zur „Berg-Zeit“ einwöchige Ferien („Bergferien“), weil mit betrunkenen Studenten ein geordneter Universitätsbetrieb nicht möglich war. Diese Ferien wurden jedoch 1999 abgeschafft – übrig blieb nur der Pfingst-dienstag: ab 12 Uhr sind alle Läden in der Stadt geschlossen und der "Erlanger National-feiertag" wird auf der Berg-kirchweih verbracht.
Ausschankschluss ist um 23.00 Uhr, im Anschluss ergießt sich ein Strom von Menschen in die Innenstadt, wo in und vor Kneipen sowie in Discos bis in die Morgenstunden weitergefeiert wird.Auch aus größerer Entfernung ist dieses Wahrzeichen der Bergkirchweih nicht zu übersehen (es handelt sich dabei um das größte transportable Riesenrad Europas). Im Vergleich zu manch‘ anderen Fahrgeschäften nicht sehr spektakulär, aber in Erlangen der absolute Klassiker. Und außerdem hat man von ganz oben einen wunderschönen Blick auf Erlangen und das Umland.

Übrigens, hier gehts zum Berch ==> www.der-berg-ruft.de