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Der Kellerberg in Höchstadt

Höchstadter Wappen

Vor dem 30-jährigen Krieg war Bayern eher ein Weinland als ein Bierland. Bier wurde damals in Norddeutschland gebraut. Noch bis ins 14. Jahr-hundert wurde das Bierbrauen von den bay-rischen Herzögen und auch vom Würzburger Bischof untersagt. Auch in unserem Bereich be-fanden sich vor allem im Mittelalter Weingärten und der Wein war das meist konsumierte Getränk. Flur-und Ortsnamen, wie Weingarts-greuth oder in Höchstadt am "Weingartsgraben" oder auch der Name "Rebenweg" zeugen von dem weit verbreiteten Weinanbau in unserer Gegend. Die durch die Bevölkerungszunahme bedingte Steigerung Getreidepreise führte dazu, dass die Bauern statt Reben Getreide anbauten.

Ein Hemmschuh für das Brauwesen war allerdings, dass ohne das erteilte Braurecht nicht gebraut werden durfte. Im Jahre 1410 wurde den Höchstadter Bürgern vom Bamberger Bischof erstmals die Befugnis erteilt, Bier zu brauen, zu verkaufen und auszuschenken.

Ein Dekret des Bamberger Bischofs, Johann Philipp, vom 31. August 1604, fordert die Höchstadter Bürger auf, ein Gemeindebrauhaus zu bauen, um die Feuergefahr in den Wohnhäusern, die ja auch Braustätten waren, zu bannen. Ein weiteres Dokument vom 30. März 1698 weist erstmals auf die traditionsreichen Felsenkeller am Höchstadter Kellerberg hin.

Eine Inschrift am 2. Eingangstorbogen des Kellereingangs unter dem "Mühlstüberl" weist auf das Entstehungsjahr dieses Kellers im Jahr 1698 hin.

1699 wurde durch Veröffentlichung darauf hingewiesen, dass jeder Kellerbesitzer ab 25. Februar dieses Jahres pünktlich 3 Batzen (wertmäßig drei Pfund Rindfleisch) Zins an die Stadt zu zahlen hatte. Jeder Weiterverkauf eines Kellers wurde mit einer Sondersteuer belegt.
1796 zerschlugen die Franzosen, die während der Napoleonischen Kriege auch durch Höchstadt kamen, sämtliche Bierfässer und ließen das Bier auslaufen. Auch wurden die Keller, die ja auch als Lager für Vorräte dienten, ausgeplündert.

Der Kellerberg in Höchstadt

Der Kellerberg
. . . ist der Bierbauch von Höchstadt!
Er ist die Höchstadter Kelleranlage, entlang der Staatsstrasse 2763 und hat insgesamt 26 Eingänge. Von diesen geht ein wahres Labyrinth von Stollen und Gängen ab, sie ähnelt damit einer Bienenwabe. Das Kellersystem ist mehrstöckig aufgebaut und weitverzweigt. Von den Hauptstollen abgehend wurden nochmals etwa 218 Lagerkeller in den Fels gehauen. Die Gesamtlänge aller Kellergänge liegt bei über 2000 Meter.
Die meisten Keller wurden von den ortsansässigen Hausbrauern geschaffen. Ein kleiner Teil der Keller wurde von den Höchstadter Brauereien in den Fels gehauen.
Am Kellerberg gibt es 22 Kellerhäuschen. Die meisten von ihnen gehören sogenannten Kellergemeinschaften.

Üschersdorfer . . .

Bierfässer
In Holzfässern lagerte das Bier früher in den Lagerkellern. Die Fässer lagen aneinandergereiht auf den Podesten entlang der Wände. Sie wurden jedoch nicht unmittelbar auf dem Sandsteinsockel abgestellt, sondern auf zwei Eichen-balken, die sich leicht vom Podest abhoben. Auf diese Weise war gewährleistet, dass genügend Luft an die Fässer gelangte.

. . . Felsenkeller

Lagerkeller
Die Lagerkeller lagen früher und teilweise noch heute außerhalb der Ortschaften, in der Regel an exponierten Stellen, in kleinen Wäldchen, die sich von der Ackerflur deutlich abhoben. Erstaunlicherweise liegen die Keller meist recht weit von der eigentlichen Braustätte entfernt, in früher unbebauten Gebiet. Dennoch waren die Lagerkeller meist nie zu weit von den einzelnen Ortschaften entfernt, so dass die bierdurstigen Bewohner abends nach getaner Arbeit noch kurz auf einen Humpen (großes Glas) zu ihrem Keller gehen konnten.
Die Eingänge der Lagerkeller sind häufig durch schattenspendende Laubbäume verdeckt. Ihre Aufgabe ist es, insbesondere im Sommer, den Kellereingang vor der direkten Sonneneinstrahlung abzuschirmen.
Um die Bierfässer nicht die Treppe hinuntertragen zu müssen, sind auf den Stufen manchmal Schienen verlegt, auf denen man das Fass langsam hinunterrollen kann.
Die Lagerkeller sind in Brauerei- und Hausbraulagerkeller unterteilt. Eine Besonderheit der Brauereikeller sind die in den Lagerkellern zumeist nach-träglich angelegten Eisgruben, in denen das im Winter von den Weihern der Umgebung herausgeschlagene Eis gelagert wurde, um die Kühlung im Lager-keller zu optimieren.

Die Sommerkeller
Eine doch erstaunlich große Zahl von Lagerkellern hatte sich in Franken innerhalb weniger Jahre nach ihrer Entstehung zu Sommerkellern entwickelt. Sie erfüllten damit eine Doppelfunktion.
Der Landkreis Erlangen-Höchstadt weist fast ausschließlich einfache Lagerkeller auf, die früher und auch heute wieder als private Sommerkeller genutzt wurden und werden. Dagegen hat es nie sehr viele gewerbliche Sommerkeller-wirtschaften gegeben.
Der Landkreis Erlangen-Höchstadt steht damit im Gegensatz zum benachbarten Bamberger und Forchheimer Raum.

Kellerberg in Höchstadt

(Stadteinwärts)

Die Kellerhäuschen - Lauben
Die Kellerhäuschen - Lauben wurden ursprünglich als Geräteschuppen gebaut, in denen Gebrauchsgegenstände, wie z. B. Zapfhähne, Bierkrüge oder leere Fässer aufbewahrt wurden.
Durch die schattigen Laubbäume und den kühlen Lagerkellern entwickelten sich die Keller-häuschen, vor allem an heißen Tagen, zu attraktiven Anziehungspunkten.

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