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Brauereischwund

Wirtshaus in Franken

Mehr als 300 verschiedene Biere setzen die Brauer in Stadt und Landkreis Bamberg an. In Franken sind es noch ca. 300 Brauereien, die eine große Vielfalt an Bieren braut was in der Welt seines gleichen sucht. Einige, wie die Starkbiere, werden nur saisonal gebraut. Aber jedes hat seinen eigenen Charakter und unterscheidet sich wohltuend vom Einheitsgebräu der großen Brauereikonzerne.

Doch der Strukturwandel im Braugewerbe bedroht auch das fränkische Bierparadies mit seinen kleinen Familienunternehmen. Vor allem auf dem Land, wo die Bierbrauerei meist als Zuerwerb zu einem Gasthof betrieben wird. Nicht selten ist die Arbeitsteilung so geregelt, dass der Großvater einmal wöchentlich im Sudhaus steht und Gerstensaft ansetzt. Wenn der Braumeister aus Altersgründen aufgibt oder verstirbt, endet oftmals auch die Bierherstellung.

Mit jeder Betriebsschließung geht nicht nur jahrhundertealtes Anwenderwissen verloren, sondern auch ein Stück Wirtschaftsgeschichte und lokale Identität. Alleine in den letzten 15 Jahren haben über 100 selbstständige Brauereien in Franken das Brauen eingestellt – ein Rückgang um etwa ein Viertel. Im Bundesvergleich ist die Zahl der Braustätten hingegen konstant geblieben; in erster Linie deshalb, weil viele kleine Gasthausbrauereien neu eröffnet haben. Adäquater Ersatz für den Verlust historisch gewachsener Brautradition sind sie hingegen nicht.

Nicht nur sauber, sondern rein
Den globalen Wettstreit internationaler Brauereikonzerne nach immer höheren Absatzzahlen sehen die fränkischen Bierbrauer gelassen. Eine andere Möglichkeit haben die Familienbetriebe auch nicht, denn bei Ausstoßmengen von weniger als 10 000 hl pro Jahr liegen die Personalkosten pro Liter etwa 20 Mal höher als bei industriellen Bierbrauereien.

Dass die heimischen Braustätten der Konkurrenz trotzdem standhalten können, hat einen einfachen Grund: Bei den fränkischen Kleinbrauern liegt das Erfolgsrezept in der Rezeptur. Die Produkte sind bodenständig und rein, die Ökobilanz aufgrund kurzer Transportwege und der Verwendung heimischer Rohstoffe erstklassig.

Die ansässigen Brauer machen das, was ihre Vorfahren über Jahrhunderte hinweg auch gemacht haben – in Zeiten der Globalisierung und von Lebensmittelskandalen kommt das Konzept bei Verbrauchern an. Mittlerweile mehren sich die Meldungen, wonach die Erzeugerpreise für Getreide, Hopfen und Malz stark gestiegen sind. Interessenverbände bereiten den Verbraucher damit schon seit geraumer Zeit auf die Erhöhung des Bierpreises vor. Ein erneuter Bierkrieg wie vor 100 Jahren ist diesmal allerdings nicht zu erwarten – auch nicht in Bamberg.

Eigentlich schade.