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Biernebenhöhlen

Hauptproblem: Biernebenhöhle
Der Kabarettist Carsten Höfer verstand in Großenseebach Männer und Frauen

GROSSENSEEBACH (ese) - «Soll es männerfeindlich oder lieber frauenfeindlich werden», fragt Höfer das Publikum, letztendlich bekommen aber beide Geschlechter ihr Fett ab. Denn der vierzigjährige Münsteraner versteht nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer, und legt ihre Schwächen gnadenlos, doch immer mit einem Augenzwinkern bloß. Kein Klischee lässt Höfer aus und untermalt mit Blubbern, Schmatzen, Gesten und Grimassen seine Pointen.

An allen Missverständnissen ist die Kommunikation schuld, hat er in eigenen Untersuchungen festgestellt. Also: Eine Männerrunde im Lokal bestellt erstmal Bier, denn der Mann hat eine Biernebenhöhle mit direkter Verbindung zum Sprachzentrum. Erst wenn diese gefüllt ist, kann er reden. Dann fängt der Erste am Tisch an mit «Also ich habe da neulich was Komisches erlebt.» Höfer nennt das «den Gesprächsbeitrag und das Thema anmelden», und der Mann erzählt seine Geschichte. Dann ist der Nächste dran und so geht das reihum, bis die Biernebenhöhle überläuft. Bei Frauen funktioniert das Sprachzentrum autark, sie fangen sofort an zu reden. Die erste Frau beginnt mit ein paar Sätzen, wartet dann auf eine interessierte Nachfrage der anderen und so geht das Gespräch hin und her.

Da kann die Kommunikation zwischen Mann und Frau ja nicht klappen, deshalb hat Höfer eine genaue Gebrauchsanleitung für die Frauen (warum eigentlich nicht für die Männer?) entworfen: rechtzeitig Bier kalt stellen, das Gespräch anmelden und das Thema ankündigen, am besten mittels Karteikärtchen oder Power Point, damit er sich rechtzeitig darauf einstellen kann. Denn auch das Monotasking der Männer macht Frau zu schaffen, will heißen, der Mann kann sich nur auf eine Sache konzentrieren. Der Mann «wohnt» und ist damit voll beschäftigt, aber die Frau registriert, dass er nur im Sessel sitzt und nichts tut. «Da schmunzeln die Frauen im Publikum und die Männer gucken ratlos», stellt Höfer fest.

Hilfreich wäre auch ein Rollentausch, den Frau ganz leicht beim Duschen ausprobieren kann. Sie zieht sich aus und wirft alle Kleider auf einen Haufen. Im Spiegel bewundert sie ihren Körper, statt kritisch nach Fettpölsterchen zu suchen. Nach der Katzenwäsche entfällt das Säubern der Dusche, denn Haare und Seifenreste zeigen: «Ich war hier». Danach nimmt sie ihre alten Klamotten vom Haufen und zieht sie wieder an, statt stundenlang vorm Schrank zu jammern «ich hab nichts anzuziehen».

Warum Mann und Frau doch nicht voneinander lassen können, liegt an der Liebe, die sogar Vermehrung möglich macht. «Ein Kind aufziehen kostet 200 000 Euro», warnt Höfer, «mehr als ein Luxus-Mercedes!» Eltern schalten den Verstand aus und so lässt sich ein gestandener Mann von einem kleinen Schreihals herumkommandieren, weiß Höfer. Dass alles aus dem Leben gegriffen und (fast) alles selbst erlebt ist, nimmt das Publikum ihm gern ab. Frauen wie Männer applaudieren, nicken, grinsen oder lachen, weil Höfer ihre Erfahrungen bestätigt – oder weil sie sich ertappt fühlen?
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