Fränkische Braukultur Fränkische Feste Fränkische Kerwa Fränkische Keller Aktivitäten Braugruppen Biersorten Bierwissen BierLiteratur Bierlustig Museen Rund ums Bier Brauen und Zoll Junkersdorf Termine Flohmarkt Werden Sie Mitglied VFFB - Intern
Startseite Biersorten Weizenbier

Biersorten


Alt Belgische Biere Berliner Weiße Braunbier Dinkelbier Doppelcaramel Dunkelbier Eisbock Englische Biere Export Festbier Gose Hell Keller-/Zwickelbier Kölsch Lager Leichtbiere Märzen Pils Purpasch Rauchbier Roggenbier Schwarzbier Steinbier Weizenbier

Impressum Kontakt Links Partner

Weizenbier

Bild: Deutscher Brauer-Bund


Weizenbier ist eine urbayerische Angelegenheit: Etwa 9 von 10 in Deutschland getrunkenen Weißbieren kommen aus dem Freistaat. Doch Weißbier ist nicht gleich Weißbier. Kristallklar oder hefetrüb, hell oder dunkel, erfreut es Bierliebhaber in aller Welt. Weizenbock- und Weizen-Doppelbockbiere sorgen für besonders vollmundige Geschmacks-Erlebnisse.

Das für Weizenbiere bekannte Synonym Weißbier entstand als Unterscheidung zum untergärigen Braunbier, das Mitte des 18. Jahrhunderts aufgrund verbesserter Braumethoden in Mode kam. Als leichtes Sommerbier wurde es vom breiten Publikum hoch geschätzt. Ursprünglich war die Bezeichnung Weißbier allerdings ein Sammelbegriff für alle hellen, obergärigen Biere und bezeichnete leichte Gerstenmalzbiere ebenso wie die in der Regel gehaltvoller eingebrauten Weizenbiere. Noch bis Anfang dieses Jahrhunderts war ein Anteil Weizenmalz von einem Drittel üblich.

Das heutige Weizenbier wird aus mindestens 50% Weizenmalz hergestellt, das gilt übrigends für alle Biere, die eine Getreidesorte im Namen führen. Durch die arteigenen Aromakomponenten, die durch die Weizenbierhefen gebildet werden, haben diese Biere auch typische Aromaeindrücke, die sich wesentlich von denen der untergärigen Biere unterscheiden.

Auch dunkle Weizenbiere sind in der Zwischenzeit weit verbreitet und sehr beliebt. Häufig wird Karamelmalz und Münchnermalz zur Farbgebung eingesetzt, was zu einem besonders vollmundigen, malzig- rauchigen Aroma führt. Obgleich fälschlicherweise auch dunkle Sorten als Weißbier bezeichnet werden, sollte dafür der Oberbegriff Weizenbier verwendet werden.

Vergoren wird es mit obergäriger Hefe, die bei Temperaturen von 15 bis 20°C den Gärprozess einleitet und dabei an die Oberfläche des jungen Bieres aufsteigt. Dort bildet sie eine weiße Haube, der das Weizenbier seinen zweiten Namen "Weißbier" verdankt.

Weizenbiere schmecken und riechen fruchtiger als untergärige Biere. Ihr Geruch sollte fruchtig und phenolisch sein. Die Farbe reicht von goldgelb bis tiefbraun. Weniger betont ist die Bittere, da Weißbier milder gehopft ist als zum Beispiel Pils oder Helles. Für spritzigen Biergenuss sorgt der reiche Anteil Kohlensäure. Eine Spezialität von dunklem Weizen: das leichte Malzaroma.

Der typische Weizenbiercharakter wird häufig als bananig, nach Zitrone oder Aprikose schmeckend (fruchtaromatisch), vanillig, nach Nelken, Muskatnuss oder Kardamom schmeckend (gewürzartig) bezeichnet.

Die Vollmundigkeit von Weizenbieren liegt im mittleren bis hohen Bereich. Der teilweise brotartige Geschmack der Biere kommt noch von der im Bier vorhandenen Hefe, was zu einer höheren Vollmundigkeit führt. Diacetyl, Hefebittere sowie Autolysegeschmack darf nicht vorhanden sein.

Das obergärige Weizenbier hat einen Stammwürzegehalt von 11 – 14%, sein Alkoholgehalt liegt zwischen 5,0 und 5,5%vol.

Meist reift Weißbier in der Flasche aus (traditionelle Flaschengärung), wird nicht filtriert und behält seine natürliche Hefetrübung. Wird die Hefe herausgefiltert, entsteht das perlende, blanke Kristallweizen.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Aromakomponenten bei Hefeweißbieren:

>Der estrige Typ hat eine fruchtige Note und ist das sog. „Bananenweizen“
>Der phenolische Typ, der am ehesten an Gewürznelken erinnert.

Als Leitsubstanzen für diese Aromaeindrücke dienen Isoamylacetat, auch als Bananenester bekannt, und das als 4VG abgekürzte 4-Vinylguajacol, das durch die Decarboxylierung von Ferulasäure aus dem Malz entsteht.

Verbreitung: Süddeutschland
Biergattung: Vollbier
Bierart: obergärig
Stammwürze: durchschnittlich 12,2%
Alkoholgehalt: ca.5,3%vol
Charakteristik: Helle und dunkle Weizenbiere, Hopfen ist kaum wahrnehmbar
Brauprozess: Gärung bei Temperaturen zwischen 13 und 21 Grad Celsius; Hefe steigt an die Oberfläche, daher obergärig
Bierpflege: Am besten schmeckt es aus den hohen, leicht geschwungenen, typischen Weizenbiergläsern, die es mit 0,5 l und unterdessen auch 0,3 l Fassungsvermögen gibt.